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(Kult-)Gestein des Jahres

Schiefer begleitet die Menschheit seit Jahrtausenden. Die Künstler der Steinzeit ritzten Personen- und Tierzeichnungen ins sanft schimmernde Gestein, Millionen Schulkinder kritzelten die ersten Buchstaben auf den dunklen Untergrund und an Fassaden und auf Dächern rund um den Erdball schützen Schieferplatten wertvolle Bausubstanz. 2019 kürt der Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler Schiefer zum Gestein des Jahres.
 

Modernes Rechteck-Design mit dem Rathscheck Schiefersystem
Bildquelle: Rathscheck Schiefer


Von der Schultafel bis zum Designerstück

Für die Taufzeremonie wählte der Verband das Herz der Deutschen Schieferindustrie: Von der Eifelstadt Mayen aus werden Schieferprodukte von der Bodenfliese bis zum Design-Dachstein weltweit vermarktet. Vor mehr als 225 Jahren legte Johann Baptist Rathscheck am Rande des Nettetals den Grundstein für einen der führenden Schieferproduzenten weltweit. „Schiefer“, freuen sich die Geschäftsleiter Andreas Jäger und Frank Rummel über die Auszeichnung, „ist als uraltes wie hochmodernes Baumaterial im 21. Jahrhundert angekommen.“ Die Bandbreite von Schieferprodukten im Alltagsleben ist gewaltig – vom natürlichem Ziersplitt und Stufen für den Garten über dekorative Servierplatten bis zum Bodenbelag und zur Bekleidung von Wänden und Dächern.

Moderne Gewinnungstechniken und hochpräzise Bearbeitungsmethoden haben das 450 Millionen Jahre alte Urgestein aus der historischen Ecke geholt. Kreative Designer gestalten aus neuen Rechteckformaten zeitlos-moderne Gebäude für heute und morgen, auf Nachhaltigkeit bedachte Bauherren wählen wieder bewusst natürliche Materialien für die Ausstattung des Eigenheims. Für den Erfolg des Schiefers sorgen auch neue Befestigungs- und Verlegetechniken, die den Einsatz des hochwertigen Werksteins schneller und preiswerter gestalten.

Die Geschichte des Schiefers reicht zurück in eine Zeit, als viele Kontinente noch ein Meer waren: Unter dem enormen Druck des Wassers hatten sich auf dem Grund feinste Sedimente, die mit Flüssen eingeschwemmt worden waren, zu massivem Tonstein verfestigt. Als die Erde von der Devonzeit bis zum Ordivizium – also vor rund 360 bis 450 Millionen Jahren – so kräftig rumorte, dass die Erdplatten mit unvorstellbarer Wucht aufeinanderprallten, entstand in der Kombination aus Hitze und seitlichem Druck im Faltungsprozess das Schiefergestein. „Ein Produkt geologischer Zufälle“ beschreibt Andreas Jäger den Glücksfall, bis heute in einzelnen Regionen Europas, in Asien und in Amerika ein Gestein zu finden, das an der Oberfläche extrem hart, wegen der Glimmerflächen aber leicht spaltbar ist. Diese Eigenschaften hatten schon die Steinzeitmenschen erkannt: Sie nutzten Schiefer bei der Besiedelung der Rheinebene für Böden und Feuerstellen, aber auch als Zeichenunterlage: Mehr als 500 Menschen- und 240 Tierbilder von talentierten Eiszeit-Künstlern fanden Archäologen des Forschungszentrums und Museums für menschliche Verhaltensevolution in Neuwied. Ausgewählte gravierte Schieferplatten sind heute im Museum Monrepos zu sehen. „Unser Sinn für Ästhetik hat sich offenbar über fast 18 000 Jahre nicht verändert,“ resümierte die Archäologin Andrea Güth nach der Untersuchung der Schieferplatten: „Was wir heute als schön und harmonisch empfinden, wurde auch damals schon so beurteilt.“

Die feinen Glimmerlagen, der seidige Schimmer, die samtige dunkle Farbe, die sich je nach Lichteinfall und Feuchtigkeit verändert, geben dem Schiefer das besondere Antlitz. Je nachdem, welche geologischen Rahmenbedingungen bei der Entstehung geherrscht haben, entstand unterschiedlich gelagerter und unterschiedlich reiner Schiefer. „Je weniger Einschlüsse ein Schiefervorkommen hat und je homogener die Schichtung und Schieferung, desto wertvoller ist das Vorkommen für die Nutzung als Baustoff“, erklärt Frank Rummel. Besonders hochwertiger Schiefer kommt heute aus dem Valdeorras, dem „Goldenen Tal“ im Nordwesten Spaniens. Dort – in einer der weltgrößten Lagerstätten – hat sich Rathscheck Schiefer langfristig wertvolle und umfangreiche eigene Ressourcen gesichert und eine der modernsten Schieferproduktionen der Welt aufgebaut. Gesteuert werden alle globalen Aktivitäten vom zentralen Stammsitz in Mayen aus. Dort, wo mehr als 200 Jahre Erfahrung im Schieferbergbau gesammelt wurden, ist heute ein internationaler Handelsplatz für Schieferprodukte entstanden.

Ein Schieferdach gilt wieder als Investition in die nächste Generation. Nach heftigen Rückschlägen in der Mitte des 20. Jahrhunderts, als preiswerte asbesthaltige Imitate den Naturstein verdrängten, kehrte Schiefer seit Ende der 70er Jahre wieder stärker ins Bewusstsein zurück – und erlebt als modernes Kultprodukt insbesondere in Mitteleuropa eine Renaissance am Bau. Während die traditionellen Steinformate aus der Blütezeit der „Altdeutschen Deckung“ als Reminiszenz an die großen Baumeister des Mittelalters sowohl in der ursprünglichen Form als auch in modernisierten Variationen für Sanierung und Neubau auf dem Markt sind, ist der Stein aus der Urzeit in der Welt des Designs angekommen: Zeitlose und großformatige Rechtecksteine folgen einer modern-minimalistische Architektur mit strenger Linienführung und klarer Ästhetik.

„Ökologie, Haltbarkeit, Solidität, Zuverlässigkeit und Zeitlosigkeit zeichnen Schiefer bis heute aus“, begründet der Sprecher des Fach-Kuratoriums, Dr. Manuel Lapp, unter anderem die Wahl zum Gestein des Jahres. Seit 2007 wird die Auszeichnung vom Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler (BDG) in Zusammenarbeit mit Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft vergeben. Ziel ist es, Gesteine sowohl in geologischer als auch in ihrer Nutzung in Wirtschaft und Gesellschaft zu präsentieren.

„Jeder Schieferstein ist besonders, jeder hat seine eigene charakteristische Oberfläche“ beschreibt Andreas Jäger den Stein aus der Vergangenheit, dem die Zukunft offen steht. Denn umweltbewusste Bauherren schätzen neben der Ästhetik die robusten Eigenschaften: Der Naturstein benötigt so gut wie keine Pflege und hält trotzdem ein Leben lang. Infos: www.schiefer.de

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